Tourbericht Kaitersberg Juli 2017

Endlich sind wir (Ich&Holger) mal dazu gekommen, die ganze „Räuber-Heigl-Tour“ abzufahren. Das nachmittags zu starten war eine gute Idee, gut gelaunte, vereinzelte Wanderergruppen gaben uns jede Menge hilfreicher Tipps und Sicherheitsweise. Wie wir sowas nur immer alleine schaffen…? Den „Ar6“ haben wir heute also ebenfalls mal getestet – und durchgefallen. Leider. Für technisch Fortgeschrittene ist unserer Meinung nach nur der obere Teil (ca. 1/3 der Strecke) wirklich lohnenswert (sehr sogar), weiter unten kommen dann nur noch gröbere Waldwege und dann Forststraße – was für Einsteiger. Bekannt knackig anspruchsvoll, in toller Fantasyfilm-Landschaft: der RH-Trail. Schöne, runde Sache, der Hufeisentrail als Alternative zur Teerstraße zurück zum Parkplatz definitiv funny – Restkondition vorausgesetzt, da muß ordentlich mitgetreten werden.

Tourblatt überarbeitet.

Uuuund noch ein paar Bilder (Ja, freili, isjaehklar…)

Trailscoutingreport Kaitersberg II

In enger Kooperation mitm Andy (-> http://woidriders.eu/?p=4056 ) wird der Bad Kötzinger Hausberg, der Kaitersberg schon länger ins Visier genommen. Neben Andys Anregungen hab ich mir heute beim zweiten Versuch die momentan relativ schneefreien südlichen Trails näher angeschaut. Vom über den Kammweg verlaufenden Goldsteig gehen von den 1000ern Riedelstein, Rauchröhren, Mittagsstein und Kreuzfelsen Wanderwege ins Tal. Die offiziellen, auf der Sonnenseite runtergehenden hab ich heute gescoutet. Fürn Andy und die Interessierten ausführlich, alle anderen schaun sich halt ggf. nur die Bilder an 😉

Übersicht/GPS

(dient nur zur Orientierung, NICHT zum nachfahren geeignet, Fehler und Verfahrer!)

volle Distanz: 40441 m
Maximale Höhe: 1059 m
Minimale Höhe: 361 m
Gesamtanstieg: 1911 m
Gesamtzeit: 09:58:16
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In Bad Kötzing gestartet. Den Zellertal“radweg“ nach Arnbruck benutzt zwecks Ersteindruck von der Gegend. Kann man sich sparen, ist noch nicht mal ein Radweg sondern eine viel befahrene Landstraße, mit Radwegkennzeichen unter den Verkehrsschildern. Für eine Tourismusregion schwache Leistung. Ab Arnbruck wählte ich den 7er Wanderweg nach Eck neben der Hauptstraße. Bergauf stellenweise ungemütlich. Bergab für Einsteiger ein sehr schöner S1er, kann man empfehlen.

Durchs Ecker Skigebiet, via Goldsteig/E6er zum Riedelstein. Hier ist der Premium-Wanderweg Goldsteig alles andere als Premium. Hier braucht der Harvester dem Rückewagen keinen Platz machen, hier hat klar die Landschaftspflege Vorfahrt.

Ziel war der Kleinere der zwei Riedelsteine, bessere Aussicht und der Weg vom Großen zum Kleinen Riedelstein lohnt sich M.M. ohnehin nicht. Schönes, ruhiges Plätzchen mit toller Aussicht.

Bike umdrehen und kurz wieder zurück, netter Traileinstieg.

dann hab ich den 11er Wanderweg nach Riedl zum Testen auserkoren. Der beginnt kurz unterm Riedelstein und ist bis runter eindeutig was für Anfänger, oder wenn Mutti dabei ist. Ein sehr einfacher S0er mit ein paar kurzen S1-Stellen. Mir hat er keinen Spaß gemacht, aber soll ja für alle was bei die Woidrider geboten sein, also wirds auch davon einen Tourvorschlag geben, isjaehklar.

Bilder vom 11er:

Zufällig gefundenes Schmankerl: der 6er Wanderweg als „Verbinder“, verläuft oberhalb des Zellertalradwegs im sanften Auf und Ab unterhalb des Höhenzugs zurück Richtung Bad Kötzting. Sehr sehr nett.

Nun zum Tiefpunkt der Tour heute: der „Bk7“, auserwählt zum Scouten, bergauf. Absichtlich, um Zeit zu sparen – Ziel war ohnehin die Kötzinger Hütte und zum Runterfahren hätte eh die Zeit gefehlt. Diesen Wanderweg könnt Ihr einfach mal vergessen. Auch als Wanderer übrigens. Den hat sich der Waldbauer zurecht gestutzt und ausgebaggert. Das Wied bleibt auch gleich liegen – bringt ja nix, das Kleinzeug. Ist also ein Hoizziaga mit Wanderwegbeschilderung. Auch zu Fuß null Erlebniswert.

Drauf gschissn. Kötztinger Hütte ist wohl Pflichteinkehr. Kaffee und Kuchen sehr lecker, gibts nix. Bierprobe fiel heute aus, der Andy hat mich ja schon vorgewarnt, was noch auf mich zu kommt…

…zunächst noch relativ entspannt, allerdings mit ersten „Warnungen“, kurze verblockte Passagen rüber zum Kreuzfelsen. Ein wirklich schönes Fleckerl Bayerwald, auch der Weg dorthin wie aus dem Fantasy-Roman.

So. Jetzt wirds ernst. Vom Kreuzfelsen wieder runter und dann zur „Räuber Heigl – Höhle“. Und da frag ich mich jetzt schon, warum wir zum Trailtraining übern Brenner zum Gardasee oder weißderGeier hinfahrn. Freilich: Panorama, Flair, etc. …schon klar. Aber wenns ums reine Üben geht: Leute, gibts alles im Woid! Krasser Scheiß. Vom Kreufzfelsen startend gehts mit S5 los – für mich nicht, keine Lust auf Heliflug…Alter, bistdudeppert….das erkennt man auf den Pics schlecht – einfach glauben: Nein.

Hier stoppt Euch die Mathematik: Lenkerbreite B > Felsenspaltmaß Fm.

Ein paar Stellen hab ichs probiert, so richtig hats aber freilich ned geklappt. Egal. Der Kreuzfelsen sagt Dir einfach an: Du kannst mal GAR NIX, geh nach Hause zum Kettcar-fahren 😉 Oder kauf Dir ne Modelleisenbahn, is auch ein schönes Hobby…

Jetzt gehts zum Räuber-Heigl-Trail und DA hat der Andy aber sowas von Recht wenn er sagt: genau das Richtige. Ein richtig hundsgemeiner S3er, sehr tückisch. Gespickt mit ein paar S4 Stellen, die man aber mit einiger Übung und/oder Glück auch meistern kann. Eine Sensation, würde ich sagen. Wers nicht fahren kann, schaut sich beim Bergabschieben den Bayerurwald an. Man wartet regelrecht auf den Troll, der einem mit der Keule eins über die Rübe zieht…

Eindrücke Highlight „Räuber-Heigl-Trail“

Ab dem Plattenstein hab ich dann den „Bk3“ gewählt. Damit wechselt man schlagartig von den üblen S3 zu harmlosen S0 – S1, die aber durchaus auch Spaß machen: alle paar Meter  Wassermulden zum Springen… macht Fun, definitiv.

Unten hab ich mich dann vergeigt, bzw. nochmal in den Wald locken lassen wegen einem sehr verlockendem „Handtuchbreiten“. Da er aber kein Gefälle hatte und in die falsche Richtung lief, musste ich leider abbrechen. Der hat ein Hufeisen als Wanderweg-Kennzeichen, lt. Wanderkarte behält er die Höhe und geht später in den vorher erwähnten 6er über. Als Verbindungstrail aber durchaus brauchbar.

Von dem heute gesammelten Zeugs wirds demnächst auch nachfahrbare Touren geben. Nach Rücksprache mit Trailscout 2 😉

Fazit

der Kreuzfelsen und der Räuber-Heigl-Trail ist der Hammer! Leider aber, und auch der Wirt der Kötztinger Hütte hats nochmal deutlich gesagt, auch sehr beliebt beim Wandervolk. Heute waren 4 Wanderer auf dem Weg. Am Schönwetterwochenende ist die große Hütte voll besetzt sagt er. Und ich glaubs ihm. Lasst es.

Ansonsten ist der restliche Südhang bis vor nach Arnbruck nach meinen Eindrücken fest in der Hand der Waldbauern, die auf den Wanderwegen tun und lassen, was ihnen gefällt. Wenig bis kein Potenzial. Mit dem MTB gibts – auch nach Auskunft vom Wirt – keinen Weg rauf zum Höhenkamm, den man im Sattel komplett fahren könnte. Am Schluß werdens immer >30 Prozent Steigung. Die Wirtsleut bringen Ihr Zeugs mit Spezialfahrzeugen da rauf, was immer das heißt…

@Andy: Den Kammweg über die Rauchröhren hab ich bewusst nicht probiert, da nach Eigenrecherche sinnfrei (Aussagen von Dritten, Kartenmaterial). Verblocktes Auf und Ab ohne irgendeinen Spaßfaktor. Aber: ich halte Dich natürlich nicht auf 😉

 

 

 

 

Trailscouting: Kaitersberg 8er

 

Der Kaitersberg ist der erste Tausender (wenn auch nicht ganz… 999m… der Arme!) des europäischen Fernwanderweges Richtung großen Arber und daher auch sehr frequentiert was das wandernde Volk angeht. Hier schon mal als Hinweis: Fahrt diese Tour bitte maximal an einem Samstag, denn Sonn- und Feiertags ist hier (vor allem zwischen Mittagsstein-Kreuzfelsen-Reitenberg) die Hölle los.

An diese636050473101724847m Montag sind sehr wenige unterwegs und die Wanderer durchwegs freundlich und bereit den Weg frei zu machen. Gestartet wird in Bärndorf, von hier aus führt mich die Forstautobahn die ersten paar Kilometer und Höhenmeter bequem bergauf bis diese endet und in den Wanderwege S1 übergeht. Dem S1 folgend wird’s gleich ziemlich steil, steiler, am steilsten. Hier sind keine Ausreden zulässig, der Grip ist hervorragen
d, nur stehen mir die Mukkis im Oberschenkel etwas im Weg… es wird geschoben. Die Schiebepassage endet erst als ich wieder geschotterten Boden unter den Rädern habe. Nach rechts der Schotterstrasse folgend Richtung Steinbühler Gesenke und Mittagsstein bis der S2 Wanderweg kreuzt. Ab geht’s nach oben. Die ersten Meter noch tretend, wird das Rad dann doch geschultert und bis zur Kötztinger Hütte getragen. Oben angekommen, hätte man sich für den Aufstieg gleich mit einem Weißbier belohnen können, die Lust auf die Abfahrt Richtung Arrach siegt aber (und wenn ich schon ein Bier aus lasse, muss das was heißen ;-)).

Helm und Knieschützer angeschnallt, GoPro aktiviert und los geht’s. Ich folge kurz noch dem Goldsteig nach Osten, mit kurzen aber kniffligen bergauf und bergab Passagen gespickt, erscheint nun der Ar6 Wanderweg im Dickicht. Ab geht die Post, erst S1 im Blindflug durchs wuchernde Gras dann wird man schnell einem S3 fündig. Das ein oder andere Technikhighlight mit Umsetzen und fordernden Drops hinter sich gebracht, folgt nun ein cooler S2, der in einen S1 übergeht. Es kreuzt eine Forststraße, den Ar6 Schildern folgend ist der Einstieg schnell wieder gefunden und es kommen abwechselnd und teilweise sehr überraschend technische Abschnitte, die dann wieder richtig flowig werden. Kurz vor einem kleinen Bauernhof komme ich raus! Abgeschreckt vom Kreuzotter Warnschild fahre ich Richtung Bauernhof, fast in den Hof hinein, bis das Ar6 Schildchen in der Wiese wieder auftaucht.

Nun runter bis nach Arrach ins Ortszentrum, an der Touristen Info vorbei und wieder hoch der Beschilderung bis nach Eschlsaign folgend. Oben angekommen, geht’s weiter auf einer Schotterpiste. Die ist anfangs steil und wird immer flacher bis sie nach Hudlach wieder abfällt. Wer hier keine Höhenmeter verschenken will, nimmt gleich den Rauchröhrensteig nach oben. Ab Hudlach wird es wieder richtig steil, schieben ist angesagt. Zweihundert Hm weiter oben ist endlich die ersehnte Kötztinger Hütte angeschrieben, Weißbier ich komme!

Frisch mit Isotonen versorgt und auf den Bock geschwungen geht’s Richtung Kreuzfelsen. Die Aussicht ist grandios, euphoriert aber nicht lange, da DIE ABFAHRT Richtung Räuber Heigl-Höhle bereits wartet! Nach kurzem warm rollen geht’s gleich mal mit S5 los. Teilweise sind tierisch enge Stellen vorhanden, da kommt man nur mit Fahrrad drüber heben voran, sonst geht die Lenkstange links und rechts an. Nach einiger Zeit wird es leichter (S4-S3) bis dann ein S2 zum Plattenstein führt. Zum Schluss eine flowige Abfahrt nach Wölkersdorf und Einkehrmöglichkeit in „d‘Reim“ (sehr zu empfehlen!). Nun geht’s den letzten Kilometer auf Schotter zurück, nach Bärndorf – dem Ausgangspunkt.

Alles in allem eine extrem vielseitige und fordernde Tour. In den oberen Höhenmetern immer extrem, egal ob rauf oder runter. Der Kaitersberg bietet wirklich alles was das Bikerherz begehrt!

Vielen Dank auch an Großmeister Nolte für das Bereitstellen der Tourideen.